Heilung

Der Mensch ist die Medizin des Menschen.

– Afrikanisches Sprichwort –

Ich begegne immer und immer wieder Menschen, die gerne in Gemeinschaft leben möchten. Aber die auf keinen Fall eine Therapiegruppe oder Selbsthilfegruppe suchen.

Und ich frage mich jedesmal, ob ich in einer Gemeinschaft leben kann und möchte, in der das Gesundwerden und Heilung finden als menschliche Seele keinen Raum hat.

Unsere Gesellschaft ist in ihren Wurzeln so furchtbar krank. Traumatisiert. Bindungsgestört. Verwundet. Psychisch am Ende.

Und so ist jedes Individuum in ihr mehr oder weniger krank und gestört. Einsam, isoliert, verängstigt.

Der Narzissmus ist heutzutage unsere Normopathie, der Bindungsmangel längst schon Alltag. Maßloser Konsum soll die unerfüllten Bedürfnisse befriedigen, Aggression und Hass dienen dazu, Angst und Traurigkeit zu kaschieren.

Wie kann gesellschaftlicher Wandel stattfinden, wenn wir uns den heilenden Effekt der Gemeinschaft nicht zunutze machen? Wenn jeder weiter zum Weinen in den Keller geht und dem Gegenüber nur eine der vielen Masken zeigt, die er im Leben angesammelt hat.

Wie kann eine Gruppe stabil, gesund und heil werden und vor allem: wie kann sie ihre Kinder und Jugendlichen in ein neues Zeitalter begleiten, wenn ihre Mitglieder es ablehnen, die eigenen Wunden und Traumata offen zu legen, damit sie endlich ihre Macht verlieren?

Links:

Trauma -ein Thema für Gemeinschaften

Kollektives Trauma (Thomas Hübl)

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