Auswandern, Aussteigen, und dann…?

Erst einmal herzlich willkommen hier bei bluebottles! Der Hauptgrund für diesen Blog ist unser großer Traum: Wir wollen nach Neuseeland auswandern. Und da der Prozess des Auswanderns viel Raum, Zeit und Kraft in unserem Leben einnimmt, möchte ich diese Plattform nutzen, alle wichtigen Phasen der Verwirklichung mit euch zu teilen.

Ich merke, dass mir im Alltag so oft die Zeit fehlt, mit allen lieben Menschen den Kontakt so eng und intensiv zu halten, wie ich es gerne würde. Auf diese Weise hoffe ich die eine oder andere Durststrecke überwinden zu können, indem ihr hier verfolgen könnt, was gerade so in unserem Leben passiert und was unsere nächsten Schritte sind. Über Kommentare und Emails freue ich mich immer sehr!

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Mein Mann T träumt schon so lange ich ihn kenne von einem großen Abenteuer, einem Neuanfang in einem fernen Land. Ich selbst war jahrelang zu ängstlich und verhaftet in meinem gewohnten Umfeld, um da wirklich mitgehen zu können. Doch mit der Zeit ist der Wunsch nach einer radikalen Veränderung auch in mir gewachsen. Das früher so geliebte Großstadtleben, der normale Trott in den immer gleichen Bahnen macht mich nicht mehr glücklich. Vom Mainstream umspült zu werden, im Hamsterrad aus Arbeiten-Erschöpfung-Konsum weiter zu jagen, Tag für Tag die Last des globalen Kapitalismus zu spüren, das alles soll nun endlich ein Ende für uns haben.

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Seit 2011, also mittlerweile seit gut 4 Jahren haben wir nun also Neuseeland als gemeinsamen Nenner für das Wagnis unseres Lebens auserkoren. Ende 2012 waren wir für knappe 4 Wochen dort, mit dem Plan, uns die vorhandenen Öko-Kommunen anzuschauen und ein Gefühl für das Leben und die Leute dort „unten“ zu gewinnen. Ersteres hat damals schon ganz gut geklappt, insgesamt konnten wir Kontakt zu vier oder fünf Ökodörfern aufnehmen. Ganz besonders gut gefiel uns damals Atamai village auf der Südinsel, aber nach unserer Rückkehr hat uns ein wenig die Courage verlassen und das soziale Netz hier in Deutschland hat seine liebevollen Klauen um uns geschlungen und schien uns zuzuflüstern: „Geht nicht! Bleibt hier!“
Auch die finanziellen Aspekte hielten uns damals davon ab, direkt durchzustarten und ein Stück Land in Atamai zu kaufen. Und damit war erstmal alles wieder beim Alten.

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Es ging ein wenig Zeit ins Land. Wir suchten uns zunächst ein anderes, nicht weniger großes Abenteuer aus: das Elternwerden. 2013 kam unser Sohn G zur Welt und veränderte unseren Mikrokosmos von oben bis unten. Doch nach der ersten physiologischen Besessenheit in Bezug auf unseren Nachwuchs, kam auch bald wieder das große Ganze zurück in den Fokus. Dass ich als Hebamme in Deutschland nicht mehr arbeiten werde, hatte ich 2013 bereits für mich entschieden. Darüber werde ich sicher an anderer Stelle auch noch ausführlicher berichten. Und auch T arbeitet im sogenannten Gesundheitssystem, welches eher ein Krankheitssystem zu sein scheint und seine Auswanderpläne sind ebenfalls nicht kleiner geworden.

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Also gehen wir es doch an! Diesmal aber richtig. Wir haben bereits eine Auswanderungsfirma gefunden und beauftragt, welche uns in allen behördlichen Formalitäten unterstützen wird. Ich für meinen Teil versuche, meinen Beruf nicht aus den Augen zu verlieren, sondern so gut ich zur Zeit kann, als Hebamme weiter zu lernen, damit ich überhaupt Chancen habe, in Neuseeland anerkannt zu werden. T wird seinen Facharzt in Innerer Medizin sowie seinen Abschluss in antroposophischer Medizin noch beenden. Danach hält ihn beruflich in Deutschland nichts mehr. Das heißt, momentan planen wir etwa zum Jahresende 2016 die Zelte hier abzubrechen.

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Bis dahin ist es noch ein langer Weg an Formalitäten und diversen Vorbereitungen. Und genau darüber werde ich hier berichten und euch auf dem Laufenden halten.

Zum Schluss noch ein kurzer Überblick darüber, was wir uns in Neuseeland erhoffen, was wir hier in Deutschland nicht zu finden glauben:

Unberührte Natur, so weit das Auge reicht (das KANN einfach nur heilsam für den Menschen sein)

Viel weniger Menschen / Quadratkilometer (und damit weniger Lärm, Müll, Hundedreck und vieles andere mehr )

Viele Sonnenstunden, gemäßigtes Klima und damit gute Grundvoraussetzungen für unser Selbstversorgertum (Energie und Gemüse / Obst)

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Mir ist absolut klar, dass der Auswanderungsprozess, die Berufeanerkennung, die Einarbeitung in einem anderen Land und die Eingewöhnung in ein komplett neues System erstmal viel Kraft und Energie brauchen. Und ich scheue mich auch nicht vor den vielen, vielen Arbeitsstunden, die unser Lebenstraum als Selbstversorger benötigen wird, um wahr zu werden. Aber das ist es uns auf jeden Fall wert.

Wenn wir es jetzt nicht wagen, dann werden wir es nie tun und auch niemals wissen, ob es geklappt hätte oder nicht. Und das müssen wir. Wir müssen unserer inneren Stimme folgen und uns mit offenem Herzen und scharfen Sinnen ins Unbekannte aufmachen.

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