Ein schleichender Prozess

Seit gut fünf Jahren haben wir mit Neuseeland geliebäugelt. Oder mit dem Auswandern an sich. Wir haben geträumt und die Träume wieder losgelassen, wir haben Pläne gemacht und diese wieder verworfen. Und jetzt sind wir irgendwie doch mittendrin in unserem Auswanderabenteuer und Schritt für Schritt wächst aus Ideen und Träumen immer mehr Realität und Greifbares heran.

T´s Hauptaufgaben sind nach wie vor, den „Brotjob“ zu machen – sprich: unser Geld zu verdienen und den Englischtest zu bestehen. Nach vollbrachter Facharztprüfung gab es zwar ein paar kurze Wochen Lernpause für ihn, aber inzwischen hat er den IELTS auf seiner Agenda und wird ihn hoffentlich beim ersten Versuch bestehen.

Meine Aufgaben sind hier zuhause weiterhin den Haushalt zum größten Teil zu erledigen und den Masterplan für die Auswanderung auszutüfteln.

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Mittlerweile hat unsere Beratungsfirma schon die allermeisten Dokumente, die wir für die Auswanderung brauchen, zur Übersetzung vorliegen. Zwar fehlen noch ein paar Bescheinigungen (Gesundheitszeugnis, Polizeiliches Führungszeugnis und dergleichen), aber diese Dinge haben nur eine kurze Gültigkeitsspanne und werden erst direkt vor Einreichung des fertigen Antrags von uns eingeholt.

Unser nächstes Etappenziel heißt vorläufige Zulassung bei der neuseeländischen Ärztekammer. Diese kann T aber nur erhalten, wenn der Englischtest in erforderlichem Niveau absolviert wurde. Das heißt, seine Lernerei und die Übersetzung der Unterlagen laufen jetzt parallel und werden voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein. Da dann aber die Sommerzeit in Neuseeland beginnt, samt Weihnachts- und Neujahrsferien, werden wir wohl kaum vor Ende Januar mit einer Antwort rechnen können.

Ich glaube aber, dass das alles schon ganz gut so ist. T´s Arbeitsvertrag würde zum 31.12. auslaufen, eine Verlängerung mit seinen gewünschten Konditionen ist noch nicht sicher, so dass wir uns tatsächlich auch auf eine Phase der Arbeitslosigkeit einstellen müssen. Ich denke, dass das für unsere Pläne eigentlich ganz gut wäre, da er so komplett frei wäre a) jederzeit einen Job in NZ anzunehmen und b) für die Wohnungsauflösung hier zur Verfügung zu stehen. Vom emotionalen Aspekt des Loslassens, Abschiednehmens, Durchatmens vor dem Riesenschritt mal ganz zu schweigen! Schauen wir mal, ob er da genau so risikofreudig ist wie ich (ich bin total davon überzeugt, dass alles klappen wird und dass er einen Job bekommen wird) oder wie es zum Jahreswechsel bei uns dann weiter geht.

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Zwei Flohmarkttage hatte ich diesen Sommer und bin auch erfreulich viel Zeug losgeworden. Auch über Ebay Kleinanzeigen läuft der Verkauf vieler Klamotten und Kleinteile noch weiter. Allerdings bin ich dazu übergegangen, Kinderklamotten nur noch in größeren Paketen anzubieten.

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Das spart Zeit, Energie und Nerven, das sag ich Euch! Ab und zu sucht G ein altes Spielzeug oder fragt nach einem Kleidungsstück auf einem Foto. Er fragt inzwischen schon „Mama, haben wir das noch? Hast du das nicht verkauft?“

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Meine Balance suche ich beim Arbeiten auf unserem Acker, die Saison war wirklich unglaublich ertragreich und hat mein Herz erwärmt. Außerdem habe ich ein größeres Nähprojekt begonnen, es handelt sich um ein Spielbuch für G. Es beinhaltet viele Seiten, die mit Verreisen, Fliegen usw. zu tun haben. Aber auch schöne Naturseiten z.B. ein Jahreszeitenbaum, ein Gemüseacker und dergleichen mehr. Ich hoffe wirklich, ich finde bald die Zeit, dieses Projekt hier genauer vorzustellen, denn es beglückt mich und erfüllt mein Bedürfnis nach Kreativität und Ästhetik gerade ganz wunderbar.

Soweit erstmal von unserer kleinen Möchtegern-Öko-Hippie-Auswanderungs-Familie. Lasst es Euch gut gehen.

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