Nachhaltig nachhaltig # 1 – Hygiene & Sauberkeit

Nach wie vor beschäftigt mich die Suche nach einem verantwortungsvolleren Lebenswandel fast täglich. Viele kleine Dinge haben sich bei uns etabliert und in Gewohnheiten verwandelt. Anderes fällt mir noch schwer zu verändern oder ich muss mich mit Rückschlägen abfinden ohne die Freude am Ausprobieren zu verlieren. Nicht selten wünsche ich mir, meine Gewohnheiten und Routinen könnten per Fingerschnipp auf umweltfreundlich und nachhaltig umgestellt werden. Aber so ist es leider nicht.

In der Tat ist es harte Arbeit, seine Lebensweise zu verändern. Und einmal aufgewacht fallen mir meine Fehltritte jedesmal ganz furchtbar unangenehm auf. Nicht genug Baumwollbeutel für das Gemüse dabei? Trinken einpacken vergessen und zur Plastikflasche gegriffen? Meinem Sohn mangels ausreichender Vorbereitung ein nicht-veganes Croissant beim Bäckerdiscounter gekauft? Ohje, diese Liste könnte ich wöchentlich ergänzen, fürchte ich. Und dennoch: Ich habe schon einiges erreicht und sollte auch stolz darauf sein. Wer 30 Jahre in einem Land des Überflusses und der Konsum-Gehirnwäsche verbracht hat, darf vielleicht nicht über Nacht die hundertprozentige Weltverbesserung von sich erwarten. Es sind wie so oft die vielen kleinen Schritte, die zählen und für die ich wirklich dankbar bin.

Diese Serie widme ich also meinen bisherigen Erfahrungen rund ums Thema Nachhaltigkeit und werde mich dabei vom Badezimmer über Küche und Essverhalten hin zu allgemeineren Dingen wie Konsum, Transport und Selbstversorgung durcharbeiten.

Teil 1 meiner Serie “Nachhaltig nachhaltig” handelt also vom spannenden Themenkomplex Hygiene und Sauberkeit.

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Der mit Abstand am häufigsten gelesene Artikel meines Blog ist Nachhaltige Monatshygiene, was mich tatsächlich überrascht und zugleich erfreut hat. Ich scheine doch keine völlig exotische Herangehensweise an das Menstruationsthema zu haben ;o)

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass sich die selbst genähten Binden voll und ganz rentiert haben. Der Tragekomfort ist spitzenmäßig, die Haltbarkeit mit inzwischen über einem Jahr unschlagbar und die Müllersparnis im Bereich Frauenhygiene liegt bei nahezu 100 Prozent. (Von den gelegentlichen Tampons mal abgesehen, die ich je nach Programm am ersten Tag der Regel bevorzuge.)

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Körperseife: Zwei Chargen Seifen haben wir jetzt verbraucht und für den Körper bzw. die Hände ist das gute Zeug absolut verträglich. Duschgel habe ich irgendwann Anfang 2015 zum letzten Mal gekauft und vermisse es nicht.

Haarseife: Was für den Körper völlig in Ordnung ist, scheint meinen Haaren nur bedingt zu bekommen. Die erste Runde war total gut, aber nach ca. 2 Monaten Gebrauch der neuen Charge wurden meine Haare zunehmend stumpfer und struppiger. Gerade wenn ich zufälligerweise mal die Haare mit echtem Schampoo oder Duschgel wasche, merke ich den Haaren eindeutig an, dass sie mit der Eigenmarke nicht ihr volles Potential an Geschmeidigkeit und Glanz entfalten.
Ich werde jetzt versuchen mit einer Essig-Haarspülung und der neuen Rezeptur zu retten, was zu retten ist. Vielleicht komme ich irgendwann ganz weg von allen Zusätzen und traue mich mal an die Water-Only-Variante in Kombination mit der Hundert-Bürstenstriche-Methode heran. Aber soweit bin ich noch nicht ganz, da braucht es noch ein wenig Recherche und den richtigen Moment.

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Haarspülung: Seit etwa einem Monat benutze ich also unsere DIY-Essig-Spülung für meine Haare. Für einen Zwischenbericht ist es noch zu früh, ich werde wieder berichten, wie es meinen Haaren so ergangen ist…

Flüssigseife: Aus alten Körperseiferesten hatte T Flüssigseife gekocht. Die war halbwegs funktional, auch wenn sie so gut wie gar nicht schäumte. Note: (Knapp) ausreichend. Inzwischen hat er irgendwas daran verändert, aber ich habe nicht mitverfolgt, was es genau war. Immerhin schäumt die neue Rezeptur und macht auch wirklich sauber ;o)

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Zahnpasta: Urgh. Nächstes Thema?
Nee, im Ernst. Wir haben drei Versuche durch mit Schlemmkreide und Natron und Minzöl und Nelken und dem ganzen Käse. Es hat unseren Zähnen alles nicht gut getan und das Putzgefühl war im besten Fall gewöhnungsbedüftig. Aufgrund dieser Erfahrungen bleiben wir definitiv erstmal weiter bei normaler (Öko-)Zahnpasta. Gesundheit geht eindeutig vor, vor allem bei den lieben Beißerchen!

Auch die Holzzahnbürste, die ich letztes Jahr gekauft habe (un-vegan, da mit Schweineborsten) war ein ziemlicher Reinfall. Nach 3 oder 4 Monaten Beharrlichkeit konnte ich keine Borsten mehr im Mund ertragen und das erste Putzen mit der herkömmlichen Zahnbürste war eine Offenbarung des Wohlbefindens… Mittlerweile bin ich aber wieder in Probierlaune und werde diese Woche noch meine neue, geschenkt-bekommene Bambuszahnbürste in Betrieb nehmen.

Nachtrag: Auch die Bambuszahnbürste konnte mich nicht überzeugen. Nach wenigen Tagen bekam ich beidseits in den Wangentaschen Aphten, weil ich so mit dem Holz hinein drücken musste, um an meine hinteren Backenzähne einigermaßen heran zu kommen. Also leider wieder zurück zur Plastikvariante, Mundgesundheit hat hier dann doch eindeutig Priorität vor biologisch abbaubar :o(

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Deodorant: Es gab Höhen und Tiefen. Eine Weile roch T kontinuirlich wie eine wandelnde PinaColada, wegen des Kokosöls. Danach haben wir mit Alkohol und ätherischen Ölen eine passable Lösung gefunden, mit der es sich halbwegs leben ließ. Inzwischen haben wir dank Hobbythek-Ratgeber (ist der noch aus den 80ern???) eine Mischung hergestellt, die aus nicht-duftendem Kokosfett und Natron gemacht wird. Ich fühle mich heroisch und stolz, wenn ich mich überwinde, mir die Achseln mit diesem Ökoschmier einzureiben. Aber Vorsicht: auf frisch rasierte Achseln ist das Zeug eine echte Katasrophe!!!

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Was mich zum letzten Badartikel führt: Der Rasierhobel. Yeaaah! I love it. Ein und dieselbe Klinge seit Kauf (Mitte 2015) und ich bin immer noch mit dem Ergebnis absolut zufrieden. Plastikmüll ? Hier jedenfalls nicht mehr, nein Sir!

Waschmittel & Co: Insgesamt bin ich ganz zufrieden mit dem Sektor Wäsche waschen, ich hoffe bloß, dass unsere Waschmaschine keinerlei Schaden nimmt von den selbst angemixten Substanzen.

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Wäsche waschen wir komplett mit unserem eigenen Waschmittel. Für normale Wäsche folge ich diesem Rezept und dieses hier ist für die Feinwäsche geeignet.

Kosten und Arbeitsaufwand halten sich in Grenzen. Ich koche immer 4 Liter Waschmittel und 1 Liter Feinwaschmittel auf einmal. Damit komme ich dann etwa 4-6 Wochen aus.
Mit der Waschkraft bin ich geradeso zurfieden. Herkömmliche Waschmittel haben sicherlich mehr Power und ganz besonders Fettflecken kriegt man mit der selbst gemachten Variante oft nur teilweise rausgewaschen. Ich wasche dann das Kleidungstück eher heißer als ihm gut tut, um einigermaßen fettfreie Klamotten tragen zu können. Bislang hat sich das auf die Überlebenszeit der Kledungstücke noch nicht negativ ausgewirkt.

Aber die Abstriche sind für mich akzeptabel und wenn wir etwas Zeit übrig haben, wagen wir uns vielleicht auch noch mal an eine neue Rezeptur.

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Hier verwende ich schlicht und ergreifend Essig gemischt mit Alkohol. Ich kann nicht behaupten, dass es tatsächlich einen Weichspüler-Effekt (im Sinne von Weichheit oder Duft) gibt für die Wäsche. Aber da ich nicht weiß, wie es ganz ohne “Weichspüleralternative” wäre, kriegt der Essig Vertrauensvorschuss und darf weiter im Weichspülerfach hausen.

Schauen wir weiter in die Küche: Geschirrspülmittel selbsgemacht?

Zonk. Niete. Noch nicht den Dreh raus gekriegt. Mit diesem Rezept wurde unser Geschirr leider überhaupt nicht sauber. Wir haben dann weiter rum experimentiert, an den Verhältnissen geschraubt. Fehlanzeige. Der Geschirrspüler sah innen drin zwischenzeitlich katastrophal aus. Wir sind vorerst wieder bei normalem Geschirrspülmittel angelangt.

Spülmittel

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War auch noch nicht das Richtige dabei. Kartoffelspülmittel war zu leicht verderblich (Pfuiiiii) und das angepanschte Zeugs (war es mit Kernseife? Mit Natron? Hab ich leider vergessen!), das mein Göttergatte mir zum Versuch hingestellt hat, war weder spülkräftig noch hautfreundlich. Also zurück zum Anfang.

Haushaltsreiniger

Hier erging es mir ganz verträglich. Ich nehme für Boden und Bad Wasser mit Essig und manchmal einen Schuss Geraniol dazu. Das Ergebnis ist auf jeden Fall vorzeigbar. Der Essiggeruch löst sich auch innerhalb kürzester Zeit von selbst auf. T experimentiert mit verschiedenen Substanzen für Kalkreinigung (Citronensäure & Co) und auch der Toilettenreiniger ist inzwischen Marke Eigenbau. Ich würde sagen, unsere Wohnung ist und bleibt in einem akzeptablen Sauberkeitszustand. Ich vermisse beim Putzen nichts von den vielen verschiedenen Chemiebomben. Sauber ist dann halt einfach sauber. Und Punkt.

Vielleicht hat Euch mein kleines Resumee ebenfalls inspiriert, die vielen Drogerieartikel in Eurem Haushalt auf den Prüfstand zu stellen? Sucht Ihr etwas Spezielles oder wünscht Euch Details und Rezepte zu einem bestimmten Mittel? Dann hinterlasst gerne einen Kommentar und ich werde versuchen, darauf einzugehen!

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