Unsere Spielgruppe

Kindergartenfrei leben heißt natürlich nicht kinderfrei leben. Wir sind als Familie immer schon kontaktfreudig gewesen, so dass auch unsere Kleinste von Anfang an mit den verschiedensten Wegefährten umgeben war.

Da wir seit Beginn meiner Schwangerschaft in der Gemeinschaftsgründung steckten, hatten wir immer viel Kontakt zu wundervollen großen und kleinen Menschen. Es gab viele Treffen mit unserer Gruppe, teils bei uns, teils an anderen Orten. Hin und wieder mit Übernachtungsbesuch, bei uns oder anderswo. Die Zusammensetzung wechselte mal mehr, mal weniger. Neben dem sich bildenden festen Kern schnupperten auch immer wieder neue Gesichter herein oder verließen uns wieder.

G´s Freundschaften aus seiner Waldkindergartenzeit überdauerten zum Teil auch noch die Anfänge der C-Zeit, bzw. es kamen damals durch die äußeren Umstände sogar noch neue Kinder dazu, wodurch auch die kleine Schwester durchaus immer wieder Input von einer lachenden, tobenden Rasselbande erhielt.

In den ersten zwei Lebensjahren gab es also immer wieder Zeiten der überschaubaren Kernfamilie gepaart mit größeren und kleineren Zusammenkünften unterschiedlichster Gruppierungen. Klein-M entwickelte sich in diesem Umfeld von einem zunächst doch sehr mamafixierten, zurückhaltenden zum immer offeneren Kindelein. Wer von ihr als Herdenmitglied akzeptiert wurde, der genoss ab sofort ihr sonniges, kommunikatives Wesen.

Natürlich gab und gibt es immer solche und solche Zeiten und auch heute sind manche neuen Situationen mit fremden Leuten ihr nicht ganz geheuer. Das finde ich auch ganz gut so, ehrlich gesagt. Sie weiß genau, wo sie hingehört.

Jedenfalls startete die kleine Dame in ihr drittes Lebensjahr mit einem gewissen Erfahrungsschatz an Gemeinschaftsleben und das war gar nicht schlecht. Denn kurz darauf wurden wir Teil einer wundervollen Freilernergruppe mit 16 Kindern zwischen 7 und 14 Jahren, die letztendlich – in leicht fluktuierender Zusammensetzung – ein ganzes Jahr miteinander verbrachte. Auch wenn wir aufgrund des äußeren Druckes einen Teil dieser Zeit im Ausland lebten – glücklicherweise ebenfalls mit mehreren Familien aus diesem Projekt in wechselnder Besetzung – so war diese Community doch unser sicherer Hafen in einer enorm turbulenten Lebensphase mit unseren beiden Kindern und ihren doch schon recht verschiedenen Bedürfnissen. G war immerhin schon 8 Jahre alt, als wir das Projekt mit den anderen Familien gründeten.

Hier fand M nun an mehreren Tagen in der Woche also unglaublich viel Input durch eine gemischte Kindergruppe vor. Einige der größeren Kinder kümmerten sich bald mit viel Ausdauer und Hingabe um das niedliche “Schulmaskottchen” und Klein-M wurde in dieser Zeit immer selbständiger, mutiger und unternehmungslustiger. Sie begann, sich in ihre ersten Mini-Abenteuer ohne mich zu wagen und wusste doch immer, wo sie mich fand und wieder Nähe auftanken konnte, wenn sie es brauchte.

Im Sommer ging diese schöne Erfahrung dann aus mehreren Gründen für uns zu Ende und wir wechselten in einen neuen Modus. Für G hatten wir zu diesem Zeitpunkt einen sicheren Ort voller Geborgenheit gefunden, welcher unsere Rückkehr nach Deutschland wieder endgültig möglich machte. Das war schon eine Erleichterung und wir ergriffen die Chance ohne zu zögern. Jedoch war damit klar, dass ich mit Klein-M dort nicht mehr ganz so viel Zeit wie im Freilernprojekt verbringen würde und so machte ich mich nach den ersten Monaten der Umstellung auf die Suche nach einer regelmäßigeren und verbindlicheren Option für unsere Vormittage.

Ich hatte Glück: zwei meiner bereits krisenerprobten Mitstreiterinnen waren an einem ganz ähnlichen Punkt angelangt und als dann auf meinen Aufruf hin sogar noch eine vierte Mama ins Spiel kam, stand dem Aufbau unserer kleinen Spielgruppe nichts mehr im Wege.

Seit Januar besteht dieser wundervolle, kleine Zirkel und von den Unterbrechungen durch Krankheit oder Reise abgesehen, treffen wir uns ganz fest an einem Vormittag in der Woche. Wir gestalten einen zwei bis zweieinhalb stündigen Rahmen mit Morgenkreis, einer kurzen Inputphase, einem Kreativ-Angebot und einer längeren Freispielphase sowie dem Abschlusskreis.

Die Kinder kennen sich mittlerweile schon richtig gut und wir Mamas freuen uns natürlich auch, uns in der Freispielzeit bei Tee und Kaffee mal gemütlich austauschen oder gemeinsam etwas frische Luft tanken zu können.

Momentan reicht mir der eine Tag in der Woche völlig, aber mit der Aussicht auf mehr Sonne und Wärme, kann ich mir gut vorstellen, einige unserer kleinen Naturabenteuer auch zusammen mit den Freunden zu unternehmen und die Treffen auf zweimal pro Woche zu erweitern. Das darf nun alles in Ruhe wachsen und werden. Ich bin einfach glücklich und dankbar für dieses Geschenk. Ich vermisse nichts.

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