Junitage

Nicht mehr lange, dann haben wir Mittsommer, Sommersonnenwende. Und in diesem Jahr zeitgleich eine Sonnenfinsternis. Alle Zeichen stehen auf Wende, auf Wandel. Ich blicke zuversichtlich nach vorne.

Der Wonnemonat Mai ging recht unspektakulär zu Ende, der Juni kam sanft daher geschlichen, die wärmende Sonne wechselte sich immer wieder mit belebenden Regentagen ab. Meine Freundschaften zu neuen und bekannten Gleichgesinnten hier vor Ort vertieften sich und ich schöpfte neue Kraft, um unser Leben und unseren Alltag so frei und glücklich wie möglich einzurichten.

Zum ersten Mal seit Weihnachten haben wir die Familie besucht. Es war eine sehr entspannte Woche und die Großeltern natürlich ganz aus dem Häuschen. Bald kommen sie dann auch wieder zu uns. Schließlich sind in wenigen Wochen zwei Geburtstage hintereinander zu feiern.

Auch die Tante samt vierpfotiger Cousine konnte kommen, da war das Glück perfekt. Fremdelmaus wurde nach kurzer Zeit dann auch noch warm mit den Verwandten und es konnte viel Kuscheln nachgeholt werden, worauf alle so lange verzichtet hatten.

Wieder zuhause hatten wir Übernachtungsbesuch und gleich darauf eine weitere Objektbesichtigung. Es bleibt alles noch offen und ist extrem aufregend.

Klein-M spielt und entdeckt mittlerweile fast den ganzen Tag, schläft nur noch drei Mal tagsüber und weigert sich auch mit fast zehn Monaten partout, ihre ersten Zähne zu kriegen.

Die braucht sie aber auch gar nicht. Wie eine Große isst sie jetzt schon am Familientisch mit. Brei wird nur noch akzeptiert, wenn es wirklich nichts anderes gibt. Wenn sie nicht mehr mag, hat sie ein beinahe majestätisches Zeichen, indem sie die Augen schließt und das Köpfchen energisch zur Seite dreht. Zum Knutschen!

Der Große ist viel unterwegs mit seinen Freunden, aber wenn er zuhause ist, stürzt er sich mit ganzem Einsatz auf den Wonneproppen. Die Geschwisterliebe beruht zu 100% auf Gegenseitigkeit, so wie die kleine Dame gluckst und quietscht. G ist ein unglaublich toller, großer Bruder. Bei so einer zuckersüßen Schwester kann er einfach nicht widerstehen.

Ich hatte eine kurze Episode der intensiven, digitalen Vernetzung mit anderen Schreibenden für ein gemeinsames Blogprojekt. Es sollte eine Art künstlerisches Zeitdokument werden. Allerdings haben wir nach einer guten Woche doch gemerkt, dass wir alle sehr unterschiedlich ticken und es schwer ist, über einen Messenger wirklich miteinander vertraut zu werden. Drum haben wir es erstmal wieder auf Eis gelegt und ich bin mit einer Frau aus der Gruppe einfach privat im Austausch. Das ist auch sehr wohltuend.

Überhaupt habe ich inzwischen meine Schwermut fast gänzlich überwunden und freue mich über das lebendige Gemeinschaftsgefühl in unserem Projekt. Das ganze nimmt gerade rasant Fahrt auf und ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht. Wir haben eine großartige Konstellation und viele Qualifikationen, die uns bei der Realisierung von Nutzen sind.

Die sonstige Außenwelt als solche meide ich, so gut ich kann. Ich gehe so gut wie nicht mehr einkaufen, weil mich die Maskerade einfach nur runter zieht und mir Energie raubt und in die Stadt fahre ich einzig, um den Großen zum Karate zu bringen.

Im Waldkindergarten ist zum Glück wenig zu merken von der C-Show. Außer natürlich, dass die Gruppe halbiert wurde und G nur an zwei Tagen dort ist. Ja und so alberne Kleinigkeiten wie jeden Tag ein eigenes sauberes Handtuch mitzugeben empfinde ich jetzt nicht als Bedrohung für die psychische Gesundheit meines Jungen.

Etwas schade finde ich es schon, dass die ganzen Rituale der Vorschulzeit und des Übergangs wie z.B. die Übernachtung nicht stattfinden werden, aber da lassen wir uns hier privat noch etwas Schönes einfallen, denke ich.

Die Masernimpfung haben wir jetzt einfach durchgezogen, da wir zu dem Schluss gekommen sind, dass wir G’s Immunsystem für robust genug halten, diesen Eingriff zu verkraften. Ich hoffe und bete, dass es nicht zu weiteren Nötigungen kommen wird.

Ach ja, und fast hätte ich es vergessen: Ich bin jetzt endlich richtig mobil! Öffentliche Verkehrsmittel betrete ich nämlich möglichst gar nicht mehr, und das Auto kann ich auch nicht immer benutzen, weil der Liebste das für die Arbeit braucht. Aber dafür haben wir jetzt in ein hochwertiges Lastenfahrrad investiert. Ich hoffe, es wird mir gute Dienste leisten, um G dann ab September die 8 km zur Schule zu fahren. Klein-M muss sich noch etwas daran gewöhnen, bisher findet sie es nicht so prickelnd. Aber das wird schon werden. Es gibt ja so viele wunderbare Ausflugsziele, die wir in den nächsten Wochen per Rad erkunden wollen.

Mein Fokus für die kommende Zeit: Gemeinschaft leben, Hof finden, viiiiel Zeit in der Natur verbringen!

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