Bluebottles feat. Sprouting Seeds

Kennt ihr schon „Sprouting Seeds“, die Initiative für vegane, ökologisch nachhaltige Selbstversorgung? Nein? Ging mir bis vor wenigen Tagen genauso, aber dann kam ich mit Freja und Lenny in Kontakt und freue mich, dass ich euch heute diese beiden besonderen, jungen Menschen vorstellen darf.

In einer Zeit, in der man sich – so wie ich – leicht in allzu düsteren Zukunftsaussichten verlieren könnte, brauchen wir mehr denn je Menschen wie diese beiden, die einer Vision für eine bessere Welt folgen, die voran gehen, ins Handeln kommen und damit auch andere inspirieren können.

Viel Spaß beim Interview!

1. Hallo ihr zwei, beschreibt uns doch mal in Kürze die Projektidee von „Sprouting Seeds“!

Mit unserem Projekt wollen wir ein Beispiel für ein nachhaltiges Leben setzen und damit andere inspirieren, in die gleiche Richtung zu gehen. Wir wollen einen Ort schaffen, wo Menschen lernen können, wie sie für die eigenen Bedürfnisse im Einklang mit der Natur sorgen können. Wir wollen eine vegane Community aufbauen, die sich komplett selbst versorgt und ihr Konzept mit anderen Menschen teilt.

2. Wer steht hinter dem Projekt? Was für Menschen seid ihr und wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Wir sind Freja (20) und Lenny (21). Uns beide beschäftigt seit langem die Frage, wie wir mithelfen können, die negativen Auswirkungen der Menschheit auf diesen Planeten zu verringern, und damit den Fortbestand unserer Spezies sowie aller anderen zu ermöglichen.

Wir haben uns im Hambacher Forst kennengelernt, als wir für die Energiewende und den Umweltschutz aktiv waren. Seitdem sind wir beide auf Reisen und haben uns freiwillig in verschiedenen nachhaltigen / helfenden Projekten engagiert, darunter Permakulturfarmen und ein Flüchtlingslager in Griechenland. Wir leben vegan und sehr minimalistisch, essen fast ausschließlich das Weggeworfene von Supermärkten (Containern) und wenn wir nicht trampen, benutzen wir öffentliche Verkehrsmittel..

Während der Erfahrungen, die wir auf unserer Reise gemacht haben, wurde uns bewusst, dass die kommerzielle Landwirtschaft für ein riesiges Ausmaß an Problemen mitverantwortlich ist, aber dennoch oft unbeachtet wird.


Laut des Weltklimarates produziert die Landwirtschaft fast ein Viertel der Treibhausgasemissionen weltweit und ist für 75% der Entwaldung verantwortlich.
Aufgrund der fortschreitenden Bodendegradierung könnte in den nächsten 25 Jahren die globale Nahrungsmittelproduktion um bis zu 12 % zurückgehen. Business as usual ist also keine Option, denn der Grund für diese Zahlen ist nicht, dass wir zu viele Menschen sind, sondern wie wir unser Essen anbauen.

Wir brauchen neue, nachhaltige Systeme für unsere Lebensmittelproduktion. Welche, die nicht nur für 20 Jahre Ertrag bieten, sondern unzähligen kommenden Generationen Lebensmittelsicherheit bieten und gleichzeitig die Natur erhalten.


Ein Konzept, das genau das bezweckt, ist Permakultur. Das Wort stammt aus dem Englischen (permanent agriculture / culture) und überträgt sich ins Deutsche als permanente Kultur oder nachhaltige Kultur.
Ein großer und entscheidender Unterschied von Permakultur zu der Monokultur zum Beispiel ist, dass man bei Permakultur versucht, natürliche Ökosysteme zu erstellen und mit der Natur zu arbeiten, anstatt gegen sie (Pestizide).
Permakultur lernt von den unzähligen indigenen Völkern, die es seit Jahrtausenden geschafft haben, nachhaltige Systeme für ihren Fortbestand zu entwickeln und überträgt sie in ihre Wirkungsweisen. Somit ist das Wissen von Permakultur eigentlich nichts Neues, vereint dieses jedoch in einem neuen Konzept, dass wir global anwenden können.
Wir wollen mit unserem Projekt eine Alternative zu unserem jetzigen Lebensstil zeigen, indem wir diese nachhaltige Art der Landwirtschaft mit anderen nachhaltigen Ideen vereinen (Erneuerbare Energien, Zero Waste, Upcycling, Natural Building, Kreislaufwirtschaft, Gemeinschaftsleben).

3. Was sind die nächsten Schritte auf eurem Weg? Was braucht ihr noch, um euren Traum zu verwirklichen?

Der nächste Schritt für uns wird sein, ein geeignetes Stück Land für den Start der Farm zu finden.
Wir sind nicht an einen Ort gebunden und sind sehr offen gegenüber der Frage, wo wir das Projekt austragen werden.
Wichtig ist, dass wir das Land für den richtigen Preis und die richtige Größe finden.
Doch damit wir das Land kaufen können, brauchen wir finanzielle Unterstützung.
Im Moment läuft ein Crowdfund für das Projekt und wir hoffen, dass es erfolgreich wird.

4. Wer kann jetzt oder später mitmachen bzw. Teil des Projekts sein und wie?

Jeder kann uns jetzt direkt helfen und uns über den Crowdfund finanziell unterstützen oder das Projekt mit Freunden und Familie über soziale Medien teilen!
Dadurch können wir unser erstes Ziel erreichen!

Sobald wir Land gekauft haben und einige etablierte Strukturen haben, möchten wir gerne Menschen willkommen heißen, die Farm zu besuchen und zu erleben oder beim weiteren Aufbau zu helfen.

Für den Anfang wollen wir einen Gemeinschaftsort errichten, auf der Menschen ihre Zelte aufbauen und rund um die Farm helfen können.

Auf lange Sicht würden wir diesen Gemeinschaftsort gerne zu einer richtigen Lernumgebung weiter entwickeln, in der sich alle austauschen und voneinander lernen können. 


Es wird ein Ort der Inspiration und Quelle von Werkzeugen sein, mit denen die Menschen anschließend ihre eigenen nachhaltigen Projekte starten können.

5. Was wäre für euch die optimale Entwicklung unserer großen, globalen Menschheitsfamilie? Könnt ihr eure  Vision für unseren Planeten in ein paar Worte fassen?

Wir wünschen uns, dass wir als Menschheit einen Bewusstseinsprozess verinnerlichen, der uns hilft, unseren Platz auf diesem Planeten und im Universum zu finden.
Es ist wichtig, dass wir von unserem Ego-Trip abkommen, bevor wir noch mehr Schaden anrichten. Die Ökosysteme auf der Erde sind bereits so beschädigt und erschöpft.
Und wir sind nicht die einzigen auf diesem Planeten. Und höchstwahrscheinlich auch nicht die einzigen im Universum.
Wir hoffen, dass wir zu einer liebevollen, intelligenten und  friedlichen Spezies werden, die das Leben wertschätzt und beschützt, bevor wir unsere Reise außerhalb der Erde antreten.
Denn es wäre absolut schade, wenn wir die Geschichte wiederholen lassen und unsere alten, ausbeuterischen Denkweisen mit ins All nehmen.
Und falls es kein Leben außerhalb der Erde geben sollte, dann hoffen wir, dass wir trotzdem einen Wandlungsprozess durchleben und wertschätzen, wie viel Leben es hier auf der Erde gibt.
Wir hoffen, dass wir die Klimakrise überwinden und diese als Chance nutzen, unsere Handlungsweisen zu ändern.


Wir hoffen, dass wir Speziesismus, Rassismus, Sexismus, Hunger, Krieg, Gewalt und Kapitalismus in seiner jetzigen Form überwinden.
Wir hoffen, dass wir als Spezies aufwachen und unsere Zeit mit Freude verbringen.

Ich danke euch beiden für das spannende Interview und wünsche euch natürlich von Herzen gutes Gelingen bei eurem Projekt. Die Welt braucht Menschen wie euch!

Link: Sprouting Seeds unterstützen

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