Philosophie des Irrsinns

Heute habe ich mich lange mit einer Freundin unterhalten. Das hat soooooo gut getan. Mal wieder. Dank Corona haben wir uns nämlich ganz neu sehen gelernt und eine tiefe Freude und Verbundenheit aneinander entdeckt. Und das gemeinsame Philosophieren über die aktuelle Weltenlage gibt uns Kraft in diesen aufreibenden Zeiten.

Da wäre zunächst einmal die hochinteressante Frage danach, was eigentlich WAHR ist. Für jemanden, der sich ausschließlich aus den Mainstreammedien informiert und diesen vertraut, ist es WAHR, dass auf der Welt und in Deutschland ein gefährlicher Virus grassiert, vor dem sich zu schützen wichtiger ist als alle anderen Dinge, denen wir bislang Wert beigemessen haben. Für ihn ist auch WAHR, dass unsere Regierung es gut mit uns meint, dass sie nach bestem Wissen und Gewissen handelt und im großen und ganzen das Richtige tut. Für ihn ist WAHR, dass Menschen, die sich gegen diese Maßnahmen erheben in den meisten Fällen Rechtsextreme, Esoteriker, Aluhutträger und Verschwörungstheoretiker sind, deren Ziel es ist, Gewalt zu säen und die demokratische Ordnung zu zerstören.

Und dann sind da Menschen, wie ich und meine kleine, aber feine Filterblase. Wir haben die Mainstreammedien hinter uns gelassen, weil wir in unserem Herzen spürten, dass diese Berichterstattung sich zu einseitig und irgendwie falsch anfühlt. Wir haben uns auf den beschwerlichen Weg der Eigenrecherche gemacht und sind auf eine unglaubliche Vielzahl anderer Einschätzungen, Daten, Fakten, Expertenmeinungen gestoßen. Für uns ist natürlich sonnenklar, es geht hier nicht um ein Virus. Die Pandemie ist ein Riesenfake. Politik und Presse arbeiten gegen das Volk. Im besten Falle aus Dummheit und Ignoranz, in schlimmsten Falle aus Absicht und mit Vorsatz, wer kann das sagen? Das Leid und die Not, die diese Menschen hier verursachen, sind kaum zu ermessen. Sie sind diejenigen, die unsere sicher geglaubte Demokratie als Schein entlarven und uns mit Zwang und Gewalt nötigen, ihnen zu gehorchen.

Nun stellt sich mir die Frage – übrigens nicht zum ersten mal – ob „meine“ WAHRHEIT (= Corona harmlos, Politik und Medien böse) denn nun WAHRER ist als die WAHRHEIT der anderen (= Virus gefährlich, Politik gut). Wer kann das wissen? Was sehe ICH nicht, wo ist MEIN blinder Fleck?

Es sind beides Perspektiven. Facetten. Standpunkte. Es ist schwer zu sagen, ob eine WAHRER ist als die andere, oder ob wir alle völlig daneben liegen.

Dies führt mich zum nächsten Thema: Im Gegensatz zu den Anhängern der zweiten Version, gehen erstere eher nicht auf die Straßen demonstrieren. So einen Virus kann man ja schlecht davon überzeugen, weiter zu ziehen und unser Land zu verlassen. Er ist eben eine Naturgewalt, sich dagegen zu stellen, bringt sowieso nichts und liegt einfach nicht in unserer Macht.

Aber ist es denn WAHRHAFTIG so, dass die durch Menschen erzeugte Gewalt, gegen die ich seit Wochen mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln Widerstand leiste, so anders ist als der Virus? Kann sie, nur weil sie von Menschen erzeugt wurde, auch einfach wieder abgeschaltet werden? Kann man sie mit einer GEGENbewegung in irgendeiner Weise positiv verändern? Oder ist das Handeln dieser Menschen an der Macht nicht einfach bloß der perfekte Spiegel unseres kollektiven Bewusstseinszustandes? Ist im kleinen, nicht jeder von uns eine Angela Merkel, ein Jens Spahn, wenn wir ihre Taten verurteilen, ihre Anhänger gering schätzen und mit Zwang eine Veränderung herbei führen wollen? (Vorausgesetzt, sie handeln in böser Absicht gegen die ihnen anvertrauen Menschen).

Ich begrüße die friedlichen Protestaktionen, die Meditationen, das Singen, die Spaziergänge, die Rosen für Polizisten. Sie tragen Zeichen des neuen Weges in sich, soviel glaube ich zu erkennen. ABER es sind und bleiben Demonstrationen. Und ein GEGEN schwingt doch immer wieder mit, in jeder flammenden Rede, bei jedem Pfeifen und Buhruf, wenn die scheinbaren Fehler und Missetaten der „da oben“ gerügt werden.

Auch sieht man immer öfter die Antifa-Anhänger in Aktion treten, ob von der Regierung bezahlt oder freiwillig auf Krawall gebürstet sei jetzt mal dahin gestellt… Aber jedenfalls drücken sie durch ihre Anwesenheit durchaus die Stimmung aus, die in den Medien gegen die Coronademos – und seien sie noch so demokratieverteidigend, gutbürgerlich und friedvoll – gemacht wird. Unser Protest dient als Zielscheibe und Projektionsfläche für die viele angestaute Wut, für die Verzweiflung und Ohnmacht der Wahrheitsfinder der ersten Kategorie, und derer gibt es scheinbar sehr viele.

Kann diese Form des Widerstandes dann letztendlich Teil des neuen Weges sein? Wenn er sich so missbrauchen lässt? Wenn er eine WAHRHEIT für WAHRER ausgibt als eine andere? Wenn er Machthaber mit Druck dazu zwingen möchte, sich anders zu verhalten? Wenn die Widerstandsbewegung als solche dazu dienen kann, Wut und Frust auf sich zu ziehen, statt in die Eigenverantwortung und Selbstermächtigung zu kommen?

Es will mir heute scheinen, als wäre dies nicht der richtige Weg, als wäre dies Teil des alten Systems. Was wir brauchen, ist aber ein neues System und das entsteht im direkten Kontakt mit unseren Mitmenschen. In der Beziehung zu mir selbst. Und in der Beziehung zu meinem Gegenüber.

An diesem herrlich sommerlichen Abend im Mai sehe ich den Weg des Friedens und der Freiheit eher wie das Wachsen von Löwenzahn durch Beton. Überall, an vielen Stellen zugleich entstehen Risse im harten Stein. Das Leben sucht sich einen Weg. Es ist nicht aufzuhalten, sondern erobert auch in der lebensfeindlichsten Umgebung seinen Platz zurück.

In einer Umarmung, einem Kaffeeklatsch, planschenden Kindern am Bach, einem maskenlosen Lächeln, dem Trinkgeld an die Bäckersfrau, einem Kuss zum Abschied, einer gehaltenen Hand, einem Babylachen.

Gesundheit und Leben gibt es nicht in sterilen Zonen, Abstandhalten rettet niemanden, es tötet. Es ist genau anders herum: Berührung heilt.

Dazu braucht es keine Demo. Dazu braucht es Mut. Mut, die Regeln zu brechen, die dem Leben nicht dienlich sind. Mut, seine Kinder vor psychischem Schaden zu bewahren, komme da, was wolle. Mut zum zivilen Ungehorsam. Das hat nichts mit Wahrheit zu tun. Nur mit Vertrauen. Und mit Liebe für das Leben selbst.

4 Kommentare bei „Philosophie des Irrsinns“

  1. „Die Pandemie ist ein Riesenfake“: Ist das wirklich Deine Meinung? Glaubst Du, daß überall auf der Welt Bilder entstehen, die unwahr sind? Wenn Du nach Brasilien schaust und Massengräber siehst – glaubst Du, das wurde in einem Filmstudio gedreht? Die Interviews von Leuten, die ihre Verwandten daheim sterben lassen mussten, weil es keine Hilfe in Krankenhäusern gab – nur Schauspieler? Alle Zeitungen der Welt schreiben Lügen auf? Jeder einzelne Journalist und Reporter schreibt Sachen, von denen er weiß, daß sie nicht stimmen?

    Oder gibt es einfach ein Virus, genauso wie es schon immer Grippewellen (Spanische Grippe, Russische Grippe), die Pest oder andere Krankheitswellen gab? Was klingt wahrscheinlicher? Wie wärs, wenn Du mal von Dir aus in ein Krankenhaus gehst und Dir die Ansichten von denen, die da mittendrin stecken, anhörst? Der direkt am Puls des Geschehens ist?

    Man kann sich gewiss über das Maß der Einschränkungen streiten. Aber wenn ich internationale Berichte höre, mit Leuten rede, Studien lese; dann komme ich zum Schluss, daß wir hier ENORMES Glück gehabt haben. Dass es ein kleines Wunder ist, daß unsere Maßnahmen schnell angeschlagen haben und wir nur(!) 8000 Tote zu beklagen haben.

    Ich wünsche Dir, daß Du auf Leute ausserhalb Deiner Filterblase triffst, die Dir die andere Seite zeigen können – und zwar so, daß Du die Wahrheit findest.

  2. Liebe Lea, hab Dank für deine Meinung! 🙂
    Ich finde den Austausch so wichtig, denn die Spaltung in unserem Land, die Hetze und die immer schlimmeren Gewaltanschläge gegen anders denkende finde ich unerträglich…

    Ich kann nur so viel sagen: je tiefer ich in den Kaninchenbau krieche, umso mehr verstärkt sich mein Bild vom globalen Coronafake.
    Was nicht gleich bedeutend damit wäre, dass nicht an vielen Stellen dieser Welt schlimme Dinge passieren und Menschen sterben. Jedes Jahr, auch 2020.

    Für mich ist es hier einfach eine andere Realität, was Ursachen und Wirkung anbetrifft, oder auch was den Vergleich mit den Vorjahren angeht. Und ja, bisher habe ich keinen einzigen, für mich glaubwürdigen, wissenschaftlich belastbaren Hinweis darauf erhalten, dass wir einen signifikant tödlicheren, also häufiger tötenden Killervirus im Vergleich zu den Vorjahren haben. Für mich ist es eindeutig eine Frage, worauf die Medien unseren Fokus lenken.
    In meiner Realität bewirken sämtliche Shutdownmaßnahmen, bereits hier bei uns und noch viel schlimmer in ärmeren Ländern, deutlich mehr Leid, Not, Krankheit und Tod als es Coronaviren jemals könnten 🙄
    Und weil das meine Überzeugung ist, kann ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, gegen diese Regierung nicht auf die Straße zu gehen 🙄

    https://www.rubikon.news/artikel/weltweiter-widerstand

    https://swprs.org/covid-19-hinweis-ii/

  3. Liebe Jitka,
    Das Problem mit dem Coronavirus ist nicht, daß es super tödlich wäre, sondern daß wir alle keine Erfahrung mit diesem Virus haben. Der Körper kennt dieses Virus nicht, daß heißt, die meisten werden krank, wenn sie das erste Mal mit ihm in Kontakt kommen. Und da die Ansteckungsrate ohne Maske, Abstand etc. bei drei bis vier Infizierten pro Krankem ist (und man ansteckend ist, bevor man erste Krankheitssymptome entwickelt), entwickelt sich die Gesamtzahl der Kranken exponentiell. Und dann muss nur ein klitzekleiner Teil ins Krankenhaus – aber bei einem exponentiellen Verlauf ist das dann gleich ein großer Personenkreis. DESHALB haben wir Shutdown und Kontaktbeschränkungen. Damit wir keine exponentielle Ausbreitung haben. (Und im Vergleich zu manch anderem Land ist unser Shutdown ein ganz milder – wir durften zu jeder Zeit unsere Häuser verlassen – das sah in Italien ganz anders aus).
    Und jetzt zu den Folgen des Shutdowns: ja, die Kinder haben darunter gelitten. Und wir Erwachsenen auch. Aber mal ehrlich: wir jammern schon auf hohem Niveau. Keiner von uns hat hier den Zusammenbruch der Krankenhäuser erleben müssen. Niemand musste unter Einsatz seines Lebens gefährliche Dinge tun. Wir mussten einfach nur zu Hause bleiben und unsere Kontakte einschränken. Bei uns gibt es keinen Krieg, keinen Hunger, keine Lebensgefahr. Die Maßnahmen werden jetzt gelockert, die Kitas und Schulen öffnen wieder. Und in ärmeren Ländern wirds wirklich schlimm. Nicht durch den Lockdown. Sondern weil die Leute sich da gar nicht dran halten können und trotzdem raus müssen. Keine soziale Absicherung, kein gut funktionierendes Gesundheitswesen. Die Leute stecken sich gegenseitig an und ein kleiner Teil von den vielen Infizierten wird sterben. Elendig und qualvoll, weil die Luft ausgeht. Und es kein Beatmungsgerät gibt.

    Was ist denn das Schlimmste, was Du durch den Shutdown erlebt hast? Und wie schwer wiegt das gegen zB die eigene Mama kläglich um Luft ringen zu sehen und ihr nicht helfen zu können?

    Zu Rubikon: Diesen Artikel find ich ganz treffend, das hat einer der Rubikon-Gründer geschrieben: https://diefreiheitsliebe.de/politik/kritik-des-rubikon-in-der-corona-krise/

    Und zum Abschluss: https://www.heise.de/tr/blog/artikel/Die-zehn-besten-Antworten-auf-Verschwoerungstheorien-271732.html
    Ist es wahrscheinlich, daß alle öffentlichen Medien der Welt und die Regierungen Lügen verbreiten? Und ein Virus hochjazzen, daß es so nicht gibt? Nein, es ist einfach viel wahrscheinlicher, daß das Virus jetzt ein Land nach dem anderen durchwandert und die Lage echt gefährlich ist. Da Du aus der naturwissenschaftlichen Ecke kommst – viele der Paper kann man als Vorab-Veröffentlichung oder als Abstract lesen. Science, Nature – da gibts viele WissenschaftlerInnen, die sich mit der Erforschung des Virus beschäftigen. Und der Podcast von Christian Drosten gibt einen wunderbaren Einblick in das, was wir denn vom Virus wissen. Er erklärt super und hat zB in der letzten Folge erklärt, was denn das Problem mit der Schweinegrippe war (da wurde ja erst gesagt – gefährlich, gefährlich – und dann kams gar nicht so schlimm – und warum das nicht richtig schlimm wurde, erklärt er in der Folge).. Das sind alles Informationen von seriösen Quellen. Von Wissenschaftlern, die sich einer Sache verschrieben haben – und keinerlei politische Interessen haben.

    Nicht die komplizierteste Erklärung ist die richtige, meist ist es die einfache 🙂

    Liebe Grüße,
    Lea

  4. Liebe Lea, ich danke dir.

    Ich hoffe, du glaubst mir, wenn ich dir versichere, dass ich mich mehr als intensiv mit allem befasst habe, was ich an wissenschaftlichen Analysen, Studien und Expertenmeinungen zu Covid-19 in die Finger gekriegt habe.

    Sei es in Bezug auf den Virus SARS-CoV 2, andere Coronaviren, die Verlässlichkeit der verwendeten PCR und Antikörper Tests, deren Falschpositivraten, deren Produzenten, die Ausbreitungskurve, die Behandlungsmethoden insbesondere Invasive Beatmung und medikamentöse Therapien, die Risikofaktoren für schwere Verläufe,
    die Todesursachen, die pathologischen Befunde, die Besonderheiten der Situation in Italien, Spanien, NYC und in Schweden, die Übersterblichkeit, die Gesamtsterblichkeit, die Faktoren der Immunität und Kreuzimmunität, die Rolle der Kinder bei der Ausbreitung,
    die laufende Impfforschung, mRNA „Impfstoffe“, die Berichterstattung in den großen und in den alternativen Medien, die sogenannten „Faktenchecker“, die Pandemie Regierungsprotokolle aus 2012/2013, Event 201, Corona – Strategiepapier 2020 vom Innenministerium, die mehrfachen Gesetzesänderungen im Infektionsschutzgesetz , die WHO, die Bill and Melinda Gates Foundation, die Johns-Hopkins-University, das Dossier von Stephan Kohn, Lockdown, Maske, Verdoppelungszahl, R-Zahl, geglättete R-Zahl, Virenmonatskalender und und und.

    Es liegt mir fern, leichtfertig eine Behauptung aufzustellen, in so einer ernsten Angelegenheit.

    Mein persönliches Fazit zur der Sachlage kennst du ja nun und ich kenne deines.

    Am Ende des Tages ist es für mich neben dem Verständnis für vorhandene Zahlen, Fakten, und den von Experten wie auch Dr. Drosten geäußerten Vermutungen eine Frage der eigenen Erfahrungen, wen oder was ich für glaubwürdig halte und welche Schlussfolgerungen für mich Sinn machen und welche nicht.

    Was mich tief erschüttert, ist zu sehen, wie es in der Gesellschaft diesen Graben gibt, zwischen denen, die der „Mainstreammeinung“ ihr Vertrauen schenken und denen, die die Wahrheit in konträren Schlüssen erkennen.

    Ich glaube, dass alles wichtig und richtig ist, wie es ist. Jede Facette ist gleich wertvoll und sollte gehört werden um zu einem guten Konsens zu kommen. Und wie ich im Artikel beschrieb, sage ich nicht, dass ich mit Sicherheit wissen kann, ob meine Sicht auf die Lage richtig oder wahrer ist als die andere Seite. Nur, das Unterdrücken und die Diffamierung der Andersdenkenden durch die Massenmedien hat mich überhaupt erst aufhorchen lassen und mich auf die Suche nach der Kehrseite der Medaille gebracht.
    Ich hoffe und bete jeden Tag, dass es trotz der Maßnahmen nicht zu tausenden Toten als Kollateralschäden, zum dauerhaften Niveauverlust im gesamten Gesundheitswesen, zu totaler Zensur, extremer Überwachung, Immunitätsausweis, Zwangsimpfungen als alternativlosem Umgang mit viralen Erkrankungen allgemein, massenweise Armut durch Inflation, Arbeitslosigkeit, Zwangsenteignungen und zu Hungersnot oder sogar Unruhen kommen wird. Ich sehe und beobachte die Entwicklungen in diese Richtung und versuche dennoch nicht zu verzweifeln.
    Dafür versuche ich mit Liebe und Menschlichkeit Teil einer Gesellschaft zu sein, die ich bereits jetzt als schwer traumatisiert und zerrüttet wahrnehme, auch da inständig hoffend, dass dies noch reversibel ist.
    Ich bin froh, dass viele Menschen auf dem Weg sind, die Krise als Chance zu nutzen und möchte gerne daran mitarbeiten.

    Ich sende dir einen Herzensgruß
    Jitka

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