Mama, was hast du gemacht?

„Mama, was hast du damals eigentlich gemacht?“

Damals, als es anfing? Hast du etwas gesagt? Warst du einverstanden mit der Still-Legung der Grundrechte? Mit dem willkürlichen Außer-Kraft-Setzen eurer Rechte und Freiheiten? Hast du alles einfach so geglaubt, was dir die Politiker, die Medien, die Öffentlichkeit von morgens bis abends ins Gesicht geschleudert haben? Oder hast du einfach weggesehen, deine Augen verschlossen vor der zum Himmel schreienden Absurdität der Geschehnisse? Hast du den Mund gehalten aus Feigheit, oder aus Angst vor Polizei und Ordnungsämtern oder gar der Meinung deiner Mitmenschen? Warst du unsichtbarer Mitläufer?“

Meine Kinder, aber nein! Und wie ich gekämpft habe! Ich habe mich von Anfang an gewehrt. Jeden Tag und jede Nacht rasten meine Gedanken im Kreis, pochte mir das Herz bis zum Hals hinauf. Ich habe nicht weg-, sondern immer genauer hingesehen und versucht, diesen Irrsinn zu begreifen und wieder in bessere Bahnen zu lenken. Begleitet von tiefsitzender Furcht, Fassungslosigkeit und schmerzender Zukunftsangst im Herzen. Ich kämpfte mit brennender Wut und mutigem Widerstand, zuerst noch allein, später mit ein paar Verbündeten in meinem Umfeld. Mit allen mir möglichen Mitteln.

Wir waren nur wenige. Wenige kleine Lichtpunkte in schwarzer Nacht. Wir fühlten unsere Verantwortung, fühlten die Last der Verpflichtung gegenüber der Menschheitsfamilie. Nicht nur den Menschen, die an oder mit Corona, sondern vor allem denen, die wegen und während der Zwangsmaßnahmen in Not geraten, ja sogar sterben könnten.

Ich ergriff jeden noch so kleinen Strohhalm, den ich finden konnte. Alles, was ich in meiner desolaten psychischen Verfassung irgendwie noch zustande brachte, habe ich getan.

Ich habe stunden-, tagelang gelesen, recherchiert, Informationen angesammelt. Ich habe Handzettel gedruckt und damit versucht zu informieren und aufzuklären. Habe die Blätter im Ort aufgehängt, sie Fremden in die Hand gedrückt, in so viele Briefkästen wie möglich eingeworfen.

Ich habe so oft wie möglich auf meinem Blog darüber geschrieben und Links geteilt, so gut es ging. Habe auf anderen Seiten Kommentare hinterlassen, die nicht selten der Zensur dieser Zeit wieder zum Opfer fielen. Ich habe Petitionen unterschrieben und weiter geleitet.

Ich habe versucht, ein Attest vom Arzt zu bekommen, um auf legalem Weg der Maskenpflicht zu entkommen.

Ich habe anderen Menschen, die Aufklärungsarbeit und Widerstand leisteten und alternativen Nachrichtenanbietern immer wieder Geld gespendet, damit wir gemeinsam mehr erreichen. Habe viele Freiheitskämpfer auch persönlich angeschrieben, um ihnen Mut zu machen und zu zeigen, dass sie nicht allein gegen Windmühlen kämpfen.

Ich habe wenig und schlecht geschlafen, habe so viel geweint, wie in meinem ganzen Leben nicht, ständig mit der Panik gerungen.

Ich wurde beleidigt und abgestempelt. Von der eigenen Familie, von Bekannten und Freunden, von Lokalpolitikern und Bloglesern. Ich wurde als Verschwörungstheoretikerin beschimpft, als naiv und leichtgläubig belächelt, als motzende Stänkerin betitelt, egoistisch und unsolidarisch genannt.

Ich hatte Angst. Und konnte doch lange niemanden finden, dem es genau so ging. So musste ich mich immer wieder und wieder selbst auffangen und mir Mut zusprechen, um nicht verrückt zu werden, nicht im tiefen Tal verloren zu gehen, Kraft zum Weitermachen zu mobilisieren. Denn Aufgeben war keine Option.

Ich hab alles gegeben, um euch Kinder vor psychischem Schaden zu bewahren. Ich bin mit euch in die Natur gegangen, habe mit euch gebastelt, gesungen und gespielt. Ich habe hartnäckig nach Familien gesucht, die ihre Kinder noch mit anderen Kindern spielen ließen, um die soziale Vereinsamung zu lindern.

Meine Tränen und meine Angst zu verbergen, die Normalität aufrecht zu erhalten, schaffte ich nicht immer perfekt. Doch der Versuch, euch diese unfassbare, revolutionäre Zeit zu erklären, half auch mir, mich wieder aufs Hier und Jetzt zu fokussieren. Meinen kleinen Part als Facette eines großen Ganzen zu erkennen und dies anzunehmen.

Ja, meine Kinder, ich habe gekämpft und gerungen. Für unsere Familie. Und für euch, meine Kinder. Für unser aller Zukunft.

„Hat eure Bewegung es geschafft? Habt ihr gewonnen, Mama?“

Nein, das werdet ihr mich natürlich nicht fragen müssen. Die Realität, in der ihr heute lebt , wird die Antwort in sich tragen.


Ein Kommentar bei „Mama, was hast du gemacht?“

  1. Aber warum hast Du denn so Angst? Wir haben hier funktionierende Gerichte, die genau drauf schauen, was an Einschränkungen gerade notwendig ist und was aber über das Ziel hinaus geschossen ist. Die Judikative wacht über die Legislative und Exekutive; anders als in Ungarn oder Russland. Maskentragen ist zwar unangenehm und doof, aber Masken halten definitiv größere Spucktröpfchen auf. (Unter dem Abschnitt „Es gibt neue Studien zu Masken“ von https://www.ndr.de/nachrichten/info/28-Coronavirus-Update-Auch-die-Atemluft-spielt-eine-Rolle,podcastcoronavirus174.html#maskenstudie gibt es einen Überblick über Studien, die sich damit beschäftigen. Und zwar von Wissenschaftlern!). Und wenn man eine Maske trägt und auch nur einen anderen schützt – hey, dann hat es sich doch schon gelohnt!
    Was ich auch echt immer noch beruhigend finde: stell Dir mal vor, Corona wäre gefährlicher. Also noch gefährlicher. So wie Ebola zum Beispiel. Macht alle krank, egal welchen Alters, und die Überlebenschance liegt so bei 50%. Wie krass hätten dann die Schutzmaßnahmen ausfallen müssen? Und nicht zuletzt leben wir in nem Land, das es echt gut hinkriegt. Im Weltspiegel kam neulich (letzten Sonntag) ein Bericht aus Brasilien. Da schlägt man drei Kreuze, daß unsere Sorge hier damit zu tun hat, wann was wieder aufmachen darf. Und nicht damit, ob man den Bruder lieber daheim sterben lässt und nicht ins Krankenhaus fährt, weil sie einem da eh nicht helfen können.
    Die Einschränkungen sind sch**, die Kinder auch die Leidtragenden, aber wenn alles gut geht, haben wir es in nem halben Jahr hinter uns. Lass uns daran arbeiten und andere vor Ansteckung schützen!

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