Wenigstens scheint draußen die Sonne…

Oh mann, Leute, geht euch diese ganze soziale Isolierungsnummer auch so langsam auf den Sack? Wenn ich so ganz alleine wäre, fände ich das Abstandhalten wahrscheinlich um einiges einfacher zu ertragen und wüsste meine Zeit bestimmt produktiv und entspannt zugleich zu nutzen. Aber mit zwei Kindern den ganzen Tag in der Bude hocken und keine anderen Familien mit Kindern treffen können – das NERRRRRRVT!

Eigentlich wollte ich mich wirklich gar nicht runter ziehen lassen von dieser ganzen Weltuntergangsstimmung. Im Gegenteil, hatte ich schon ein paar Anfänge für Artikel im Kopf, die motivierend, inspirierend und hilfreich für die stattfindende Transformation sein sollten, die meine Dankbarkeit über den erzwungenen Break ausdrücken, welchen Corona uns beschert… Und ich bin sicher, diese heilsamen Gedanken werden sich auch in naher Zukunft noch hier manifestieren. Aber heute irgendwie nicht. Heute ist mir nur nach Jammern zumute. Und ich weiß, dass es Jammern auf gräßlich hohem Niveau ist – das macht es nur leider auch nicht wirklich besser.

Meine Nerven waren jedenfalls gestern schon am späten Vormittag am Limit, nachdem ich zwei heftig protestierende Kinder wenigstens für ein viertel Stündchen an die frische Luft gezwungen habe. Weil ich dummerweise sofort ein schlechtes Gewissen kriege, wenn wir bei blauem Himmel und Sonnenschein nur auf dem Sofa hocken bleiben.

Zum Glück weiß das Baby sich sinnvoll zu beschäftigen…

Ich hatte die Rechnung allerdings nicht mit schneidendem Wind und Temperaturen um den Nullpunkt gemacht. Diese beiden Faktoren führten dazu, dass ich beide Kinder weinend und unglücklich zum örtlichen Supermarkt schleifte – unglückseligerweise auch noch vorbei am Garten der Freunde, denen man nur beim Baumklettern zuschauen, aber nicht mit ihnen spielen konnte – nur um festzustellen, dass es immer noch kein Klopapier in den Regalen gibt. Also ging direkt wieder alles retoure, nörgelnd, zeternd durch den Wind zurück nach Hause, wo wir nochmal eine gefühlte halbe Stunde brauchten, bis wir alle wieder einigermaßen reguliert waren.

Danach wollte ich Urlaub.

Jedoch, nach einem furchtbar dekadenten Mittagessen (Nudeln mit extra Sahnesoße und extra Käse – nix vegan, nix gesund) ging es mir zum Glück wieder so gut, dass ich auch neue Lust für die nächste Runde Mikado, Sagaland oder Schach finden konnte. Die Kinder können ja nun wirklich absolut gar nichts für diese besch*****e Situation, und ich versuche mit gutem Beispiel voran zu gehen, und meinem inneren Stresspegel mit Achtsamkeit und Zentrieren zu begegnen. Das gelingt mal besser, mal schlechter. Ihr kennt das.

Ich vermisse meine Freund*innen, die Großeltern von G und Klein-M, ja sogar die Tratschmuttis vom Spielplatz wären jetzt eine willkommene Abwechslung – wer hätte das gedacht? Wertschätzung durch Entbehrung, DAS Heilmittel für jeglichen unnötigen Konsum, ich kenne das ja schon. Aber nicht in dem Ausmaß, und nicht in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen. Ich versuche die soziale Distanz jedenfalls nicht zu schlimm werden zu lassen und bin fleißig am Texten, Fotos und lustige Corona-Videos teilen. Das hilft ein bisschen darüber hinweg, dass ich hier mit zwei Kindern hocke und auf Gespräche mit anderen Erwachsenen nahezu komplett verzichten muss.

Also, ich hoffe, bald gibt es hier wieder eine etwas positivere Stimmung, aber die sollte meiner Meinung nach auch authentisch sein und nicht als hohle Parole daher kommen.

Bitte, bitte sagt mir, dass ich nicht allein bin mit dieser Nervenprüfung?

Zum Entspannen in der Krise kann ich euch übrigens diesen Podcast empfehlen: Liebe kann alles – Eine andere Sicht auf Corona. Der hat mir letztens abends im Bett einfach nur gut getan und ich habe seitdem aufgehört, mehrmals täglich die bekannten Fallzahlen abzurufen. Was hilft es, ob 50.000 oder 500.000 positive Testergebnisse kursieren? Die wahren Zahlen liegen sicher im tiefsten Dunkeln und mehr als isolieren kann ich mich ja doch nicht.

Haltet durch! Bleibt gesund und wenn ihr doch Corona kriegt, übersteht es gut!

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