Draußen sein in Zeiten von Corona

Gestern waren wir noch einmal im Supermarkt. Ein paar Kleinigkeiten besorgen und schauen, ob es wieder Klopapier gibt (natürlich nicht). Danach blieben wir noch eine Weile am kleinen Bachlauf hier am Ort. Weit und breit keine anderen Menschen zu sehen – also auch kein Verstoß beim social distancing.

Wir nehmen die Lage weiterhin ernst und versuchen im Alltag, unseren Beitrag beim Verlangsamen der Epidemiewelle zu leisten. Bis auf einen kleinen Spaziergang bleiben wir einfach Zuhause und beschränken unsere sozialen Kontakte auf Telefonate und Nachrichten schreiben. Geht auch. Ist natürlich schon ein wenig einsam auf Dauer, gerade für den Jungen. Aber alles andere könnte ich in der aktuellen Situation nicht vor mir selbst rechtfertigen.

Die Natur, selbst wenn sie bloß in Form dieses kleinen Bachlaufes daher kommt, schenkt uns Momente der Erholung, Abwechslung, Beschäftigung, innerer Ruhe. Beide Kinder sind einfach durch und durch ausgeglichen, wenn sie im Freien sind. Die Frühlingssonne war richtig herrlich warm, ich muss dran denken, mich bald um Baby-Sonnencreme zu kümmern.

Irgendwie dreht sich das Rad der Zeit weiter. Und irgendwie ist die Zeit auch wie eingefroren. Keine Termine, keine Verabredungen, keine Pläne. Bisher vermisse ich all den Trubel noch nicht, kann die Atempause mit jedem Tag ein bisschen bewusster spüren und immer mehr in sie eintauchen.

Besonder berührend ist für mich, den Großen mal wieder mit mehr Zeit und Ruhe zu beobachten. Seine Kreativität und Phantasie zu bewundern, mit ihm sogar mehr zu albern und zu lachen als in den letzten Wochen. Exklusive Familienzeit für meine Kleinen und mich, davon gab es so viel in der vergangenen Woche und wir haben uns nur selten schlimm gefetzt. Wir grooven uns gut ein, glaube ich.

Die anderen Leute am Ort verhalten sich unterschiedlich. An einigen Stellen sahen wir noch Kinder unbeaufsichtigt draußen zusammen spielen. G wollte so gern mitmachen. Ich musste ihn bremsen, kontrollieren, ständig aufpassen. Auch wenn er mental die Regeln versteht, ist das Abstand halten im Eifer des Gefechts zu viel abverlangt von einem Sechsjährigen. Und die anderen Kinder halten sich gar nicht daran, wie ich feststellen musste.

Ich initiierte dann eine Runde Rätsel und Witze erzählen, da geht das mit dem Abstand besser als beim Toben und Rennen. Wurde auch recht gut angenommen, aber nach 10 Minuten war die Luft auch wieder raus und G und ich setzten unsere Einzelgängertour weiter fort.

Abends dann die Meldung, dass Corona auch bei uns am Ort real angekommen ist. Und heute natürlich die noch strengeren Reglementierungen für den Aufenthalt im Freien (die uns kaum betreffen, weil wir uns freiwillig schon danach richten) – die Krise ist immer noch auf der ansteigenden Kurve und ich bin unsicher, wie sich wohl alles weiter entwickeln wird.

Wie geht´s euch? Was tut ihr, um die Nerven zu bewahren und wie beschäftigt ihr eure Kinder?

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