So war bei uns Tag 1 im Ausnahmezustand

Wie geht´s euch mit dem ganzen Corona-Wahnsinn? Habt ihr euch schon ein bisschen auf die kommenden Wochen eingestellt, insbesondere diejenigen unter euch, die so wie ich nun plötzlich wieder 24/7 für die Kinderbetreuung zuständig sind? Und wie sprecht ihr mit euren Kindern über die einschneidenden Veränderungen, die jetzt unser aller Leben so auf den Kopf stellen?

Ich selbst habe für meine kleine Kernfamilie keine Angst vor Corona. Wir sind alle jung und gesund und gehören sicher nicht zur Risikogruppe. Das hilft ungemein, hier einen entspannten und unaufgeregten Umgang mit der Situation zu pflegen. Die Kinder spiegeln mir da zuverlässig, dass sie nicht unter besonderem Stress stehen, was das angeht. Puuh.

Aber natürlich sehe ich mich in der Verantwortung, mein Verhalten aus Solidarität zu den gefährdeteren Leuten in unserer Gesellschaft deutlich zu verändern, bis sich die Lage rund um die Ausbreitung des Virus wieder entspannt hat. Deshalb beschränke ich soziale Kontakte auf ein Minimum und gehe innerhalb des Dorfes nur noch zu dringenden Einkäufen oder Botengängen aus dem Haus. Aber uns komplett von der Außenwelt zu isolieren in unseren eigenen vier Wänden, halte ich momentan (noch) nicht für angezeigt.

Also musste ein Masterplan für die kommenden kindergartenfreien Wochen her. Ich bin absolut kein Fan davon, einfach so in den Tag reinzuleben. Mit kleinen Kindern schon gar nicht. Da schwimmen mir einfach zu schnell die Felle weg und am Ende landen wir nur im leicht vermeidbaren Chaos. Deshalb habe ich unsere Tagesstruktur letzte Woche schon mal vorausschauend umgeplant und hatte am Freitag noch die romantische Idee, dass wir ja nun endlich mal all die schönen Spielplätze in der weiteren Umgebung abklappern und kennen lernen könnten. Frische Luft stärkt ja bekanntlich das Immunsystem und die Ansteckungsgefahr müsste draußen auch deutlich geringer sein als in geschlossenen Räumen?

Natürlich musste ich diese Idee dann doch wieder über den Haufen werfen. Jetzt, wo auch die Spielplätze vermieden werden müssen, bleibt ja nicht mehr ganz sooooooo viel an Dingen übrig, die man mit Kindern so spontan im Freien unternehmen kann. Da bleibt eigentlich nur der Wald bzw. die wahre Natur als Verbündete im Kampf gegen den Lagerkoller.

Und wenn ich ehrlich bin, ist der Wald bei dem schönen Frühlingserwachen doch sowieso der beste Ort, um den Tag rum zu bringen, oder? Also bin ich gestern mit den Kindern ins Grüne gefahren. (Der Liebste nimmt seit dieser Woche nämlich möglichst wieder das Motorrad für den Weg zur Arbeit, denn öffentliche Verkehrsmittel habe ich letzte Woche zum letzten Mal mit einem einigermaßen guten Gefühl genutzt. Und der Traum vom E-Lastenfahrrad muss wohl aus finanziellen Gründen noch ein Weilchen auf die Verwirklichung warten, die Dinger kosten einfach ein kleines Vermögen….nunja.)

Der Tag war dann wirklich ganz wunderschön entschleunigt. Für Klein-M nahm ich Hirse-Kürbis-Brei als Bausatz mit, denn ihre anfängliche Skepsis hat sich in eindeutige Brei-Liebe verwandelt. Da darf also auch für die kleine Dame das Picknick an der frischen Luft nicht fehlen!

Danach schlief sie einfach so in ihrem Säckchen ein, von wärmenden Frühlingssonnenstrahlen und Vogelgezwitscher begleitet.

Außer ein paar Jogger*innen, Reiter*innen zu Pferde und Hunde-Gassi-Geher*innen ist uns an dem schönen Rastplatz auch keine Menschenseele über den Weg gelaufen. Also haben wir unsere Pflicht erfüllt, die Ausbreitung des Virus nicht zu fördern und konnten dennoch einen wirklich tollen Ausflug erleben.

Und so werde ich es in der kommenden Zeit dann auch halten: Wenn das Wetter mitspielt, werden wir uns jeden Tag ein paar Stunden in den Wald begeben und Abstand zu anderen Menschen halten, falls noch weitere auf die gleiche Idee kommen sollten.

Und solange wir alle keine Erkältungssymptome aufweisen, biete ich den arbeitenden Eltern in meinem direkten Umfeld auch an, ihre Kinder einfach mal dorthin mitzunehmen. Solidarität ist so wichtig in Zeiten des Ausnahmezustandes!

Und wie geht es euch? Welche Veränderungen spürt ihr am stärksten im Alltag und habt ihr schon angefangen, das Gute an Corona zu erkennen?

Ein Kommentar bei „So war bei uns Tag 1 im Ausnahmezustand“

  1. Tatsächlich gehen wir entweder mittags spazieren (da sind hier die wenigsten unterwegs und Motte wird von der frischen Luft richtig müde und schläft danach gut) oder wir gehen nachmittags in den Garten. Hier lernt Motte nun Rasen kennen, hat gestern zusammen mit meiner Nichte Kreide gemalt (ich hab Babygesittet, da die Kita-Situation unklar war, aber sie darf gehen, denn meine Schwägerin ist Kindergärtnerin). In ihrem Alter reicht das zum Glück auch noch an „Programm“.

    Wir haben wenig Kontakt, aber schon auch Besuch. Zumindest die Leute, die eh immer kommen; da hätten wir es eh alle. Und es ist nicht täglich 😊

    Ansonsten nur einkaufen, wenn was fehlt und meinen Papa und die Oma meines Mannes besuchen wir aktuell nicht. Und andere Risikopatienten natürlich nicht; aber da kennen wir eh kaum welche.

    Ich hoffe, die Menschen wachen noch auf und verzichten auf Besuche im Biergarten und Cafés.

    Bleibt gesund!
    EsistJuli

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