Unser Beikoststart

Hallo Möhre, ich grüße Dich! Eigentlich wollte ich dich frühestens in 3 Wochen in den Dünsteinsatz befördern, aber jetzt bist du – genau wie beim ersten Mal auch schon – nach fünfkommafünf Monaten auf den Plan getreten…

Es ist tatsächlich so ein bisl Dejavú Gefühl, denn schon wieder glaube ich, dass mein Baby noch meilenweit davon entfernt ist, beikostreif genannt zu werden. Und schon wieder haben andere Menschen (in dem Fall der Kindsvater und das Brüderlein) andere Ideen dazu und ich denke mir halt schon wieder: „Ach was soll´s! Schaden kann´s ja eigentlich nicht. Werdet´s schon sehen, was ihr davon habt! Und vielleiiiiiiiiicht liege ja auch ich diesmal falsch.“ (Nee, letzteres habe ich in meiner mütterlichen Arroganz nicht wirklich gedacht, denn ich kenne ja sämtliche Beikost-Reifezeichen in- und auswendig, aber der Anstand fordert mir diesen Zusatz doch noch ab.)

Also sind wir in Produktion gegangen. Am Sonntag, um 6 Uhr früh. Was soll ich auch sonst machen am Sonntag, um 6 Uhr, wenn beide Kinder seit einer Stunde wach sind und so langsam auch nicht mehr dulden, dass ich mich schlafend stelle. Pech gehabt, aufgestanden, ran an die Karotte!

Erfreulicherweise konnte ich die meisten Arbeitsschritte an das eine Kindlein delegieren, während das andere Kindlein schon wieder zum ersten kleinen Nickerchen des Tages ansetzte (sie war ja auch schon laaaange wach und musste schon gaaaanz viiiiiel strampeln und Spuckebläschen machen, da ist so eine plötzlich einsetzende Müdigkeit nicht selten, direkt nachdem das Muttertier sich aus den Federn gequält hat…aber nun gut).

Ich gebe zu, die Möhren waren nicht Biobio, aber immerhin das Beikostöl (Funfact am Rande – ein kleiner O-Ton des Liebsten: „So was gibt´s? Hatten wir das damals auch schon? Ach echt? Ist voll an mir vorüber gegangen…“) Da sag ich doch nur: Tssssssssssssssssssssssss……….

Hier seht ihr noch ein vollverdampftes Möhrengarungsfoto, ich habe mich unter Einsatz meiner Kameralinse ins Gefahrengebiet begeben… Jetzt, wo ich nicht mehr schwanger bin, verkokelt mir das Gemüse auch nicht mehr beim Dünsten. Die Stilldemenz sucht sich andere Bereiche, um ihre volle Wucht zu entfalten, Dünsten geht wieder.

Der große Bruder durfte dann auch an den Mixstab und hat eine beachtliche Zeitspanne echt gewissenhaft püriert. Besser hätte ich das auch nicht hingekriegt.

Dann holte ich das hübsche Tablettchen und die niedlichen Mini-Utensilien von damals wieder aus dem Schrank und schon konnte es los gehen.

Nicht.

Also ein Bild, wie die kleine Dame voller Wertschätzung und Glückseligkeit den Brei futtert, gibt es leider an dieser Stelle doch nicht zu sehen. Sie biss lieber in die Tischkante und versuchte die Platzdecke wegzuziehen. Der Mund wurde energisch zugekniffen und keinen Milimeter geöffnet.

Was wollen die Großen denn bloß?

Sie denkt sich jetzt wahrscheinlich ihren Teil zum Thema Beiskostreife* und schlürft fröhlich weiter Muttersahne.

*Kann ich sitzen? Nein. Wackelt mein Köpfchen noch tierisch hin und her, wenn ich in aufrechter Position gehalten werde? Oft. Greife ich gezielt nach Gegenständen und führe sie mir zum Mund? Selten bis kaum. Mache ich Kaubewegungen? . Drehe ich mich souverän vom Bauch auf den Rücken und zurück? Auch nicht.

Na dann.

4 Kommentare bei „Unser Beikoststart“

  1. Was ist dann mit der pürierten Möhre passiert? Hats das Brüderchen aufgegessen?

    Ich wundere mich immer, wenn ich die Beikosterzählungen vernehme- das ist nämlich entweder Umstand und Arbeit (wenn man es selber macht) oder jede Menge industriell verarbeitetes Essen und hohe Kosten (wenn man Gläschen kauft).. Wir haben es uns bei allen drei Kindern gespart, extra Essen zu kochen, sondern salzarm gekocht, geschaut, daß immer was großes mitgekocht wurde (zum gut im Händchen halten) und dem Baby das vorgesetzt, was eh auf dem Tisch stand. (Baby led weaning).
    Das find ich vom Haptischen her super (Baby hat verschiedene Konsistenzen in den Händen und im Mund), vom Geschmack ebenfalls (ich will keine Gemüse-Fleischbrei-Mischpampe essen), vom Gesundheitlichen (Baby kann sich das an Vitamin-Mineralstoffcocktail raussuchen, worauf sein Körper Lust hat) und vom Aufwand (keine Extrawurst, keine zusätzlichen Kosten)… Ist das auch ein Konzept für euch?

    Liebe Grüße!

  2. Liebe Lea,
    Die Reste sind am nächsten Tag in unserer Soße gelandet 😁
    In ein paar Monaten, wenn Baby sich selber was in den Mund schiebt und Interesse an unserem Essen zeigt, werden wir es wahrscheinlich auch etwa so machen, wie du das beschrieben hast. Momentan denke ich nicht dass irgendein Mangel entsteht, wenn sie nicht selber wählen kann. (MuMi rocks! 🤘)
    So ganz am Anfang bin ich eher Fan vom langsamen Einführen einzelner Lebensmittel über mehrere Tage, da steckt mir vielleicht noch die berufliche Sozialisation (Allergien und Unverträglichkeiten erkennen) zu sehr in den Knochen? 🙄
    Wird bei uns bestimmt wieder so ein Mischding von Brei, Fingerfood, füttern und selber essen – mit viel Rumprobieren, was für die neue Familienkonstellation an Zeiten und Komponenten am besten paßt.
    LG Jitka

    PS ich finde es gar nicht so aufwändig mit dem Brei zubereiten, das läuft bei mir in den Frühstücksvorbereitungen so nebenher mit.

  3. Ach wenn ich das so sehe, fühle ich mich in unserem BLW doch wieder bestärkt 😀 auch wenn mir alle rein reden wollen, weil das Abstillen halt langsamer geht 😀

    Aber es war und ist so entspannt. Motte bekommt was von uns, entweder sie isst oder nicht und ich muss mich NICHT extra in die Küche stellen, Öle kaufen, dünsten und pürieren und so ganz nebenbei essen wir auch gesünder und (zumindest ich, mein Mann würzt kräftig nach) salzärmer.

    Aber ihr habt doch noch Zeit, ich finde die Beikostreifezeichen schon „wichtig“ 😊

    Alles Gute!

  4. Hi Juli,
    Wenn ich allein mit Klein – M leben würde, hätte ich auch noch lange nicht angefangen 😅
    Bin gespannt, wie es sich entwickelt. Ich bereite beides gern zu – Babybrei und Baby Finger Food 😌

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