Quittengelee, Quittenmus, Quittenschnecken

Der Geschmack von Quitten ist für mich womöglich zeitlebens mit unserer Gemeinschaftssuche und mit unserem mehrmonatigen Aufenthalt in Spanien verknüpft. Es ist jetzt gerade recht genau ein Jahr her, dass wir damals in Cervera del Maestre aufschlugen und die Gemeinschaft der Gäste in der Casa del Dragon erleben, genauer gesagt, ein Teil von ihr sein durften.

Damals lernte ich diese kleinen, gelben Früchtchen erstmals so richtig kennen. Ich weiß noch, wie wir zu viert oder zu fünft auf der Dachterasse saßen und der Quittenernte zu Leibe rückten. Wie erstaunt wir alle waren, wie HART diese Dinger sind und wie LANGE es dauerte, den Korb leer zu kriegen.

Damals kochten wir ein herrliches Quittenmus ein und buken damit einen Quitten-Vanillepudding-Kuchen mit Streuseln, der alle Gruppenmitglieder höchst erfreut hat. Im Gegensatz zu diesem Gaumenschmaus stöberten wir im Verlauf unserer Zeit vor Ort noch einen Vorrat von Quittenaufstrich im Keller auf, der so stark nach Nelken schmeckte, dass auch in gestreckter und verdünnter Form keine*r mehr als eine winzige Portion davon runter bekam.

Inzwischen – wie gesagt ein ganzes Jahr später – sind mir die herbstlichen Gaben erneut im Kontext von unserer Gemeinschaftssuche über meine Schwelle getragen worden und dafür bin ich wirklich dankbar. (Also für die Quitten als Geschenk der Natur, Geschenk lieber Menschen und für den Kontext!)

Für euch habe ich deswegen heute drei prima Inspirationen, was ihr aus eurer eigenen Quittenflut in diesem Jahr alles zaubern könnt, falls euch die Ideen dazu ausgehen!

1. Der Klassiker: Quittengelee

Ihr braucht an zusätzlichen Zutaten eigentlich nur eine Zitrone, Apfelsaft und genügend Gelierzucker, dann kann es mit diesem einfachen und schnellen Einmachrezept auch schon losgehen!

Ich verwendete 1500 g Quitten, den Saft von 1 Zitrone, 1 Liter Apfelsaft und 500g Gelierzucker (1:3).

Ich habe zunächst die Quitten geschält. Es scheint aber auch zu reichen, sie gründlich abzuwischen (Erfahrungswerte?). Dann habe ich die Kerngehäuse entfernt und die Quitten grob zerkleinert. Nun kamen die  Früchte zusammen mit dem Apfel- und Zitronensaft in einen großen Topf und wurden bei geringer Hitze etwa 40-50 Minuten geköchelt.

Den gesamten Topfinhalt habe ich durch ein Sieb gegossen. Es blieben bei mir ca. 900 ml Saft übrig. Den Saft habe ich anschließend mit dem Gelierzucker zurück in den Topf gegeben und 5 Minuten lang bei großer Hitze aufgekocht. Die Abfälle bekamen meine Würmer (und Fliegen *seufzttief*) dann zu futtern.

Nach dem Aufkochen kam die Gelierprobe: Einen Teelöffel Quittengelee auf ein Tellerchen geben und 3 Minuten in den Kühlschrank stellen. Wenn ihr danach den Teller senkrecht halten könnt, ohne dass etwas herunter läuft oder tropft, ist die Probe bestanden!

Zum Schluss füllte ich das fertige Gelee in die vorbereiteten Gläser (= sauber, idealerweise kurz ausgekocht). Und schon kann man mit dem Genießen anfangen oder das Quittengelee wunderbar als Mitbringsel verschenken.

2. Der Allrounder: Apfel-Quitten-Mus

Das Apfel-Quitten-Mus, das ich außerdem gekocht habe, enthält Äpfel und Quitten in einem Verhältnis von ca. 2:1 und eine Süße nach Wahl. Es handelt sich nicht um klassisch eingekochtes, ewig haltbares Mus, sondern ist für den schnellen Verbrauch gedacht. Daher nahm ich nur den Rest Reissirup, den ich noch übrig hatte. Das waren höchstens 3 oder 4 EL davon. Wenn das Mus länger stehen soll, ist eine höhere Dosis Zucker sicher unumgänglich.

Die Früchte habe ich wieder geschält, zerteilt und zusammen mit dem Sirup im Topf knapp mit Wasser bedeckt. Das ganze habe ich 40 Minuten köcheln lassen und dann mit dem Stabmixer püriert.

 

Das fertige Mus eignet sich zum Beispiel als feiner Nachtisch, also pur gelöffelt oder mit Joghurt. Es kann aber auch auf Pfannekuchen geschmiert oder auf Milchreis und Haferporrigde gegeben werden.

Wer das Aufbrauchen doch nicht so flott hinkriegt, der sei beruhigt, denn man kann die Gläser (mit lose aufgelegtem Deckel!) auch einfach einfrieren und bei Bedarf wieder auftauen lassen.

3. Die Verdelung:  Hefeschnecken mit Apfel-Quitten-Mus

Und genau dieses aufgetaute Mus kam bei mir dann am Ende noch auf meine feinen Hefeschnecken (eigentlich sind es keine wirklichen „Schnecken“ geworden, aber ein besseres Wort fiel mir nicht ein). Dafür rührt man einen süßen Hefeteig nach dem Rezept seiner Wahl an und verteilt nach der Ruhezeit das Mus auf kleine runde Teiglappen. Diese werden in der Mitte zusammen gedrückt und oben drauf mit Mandelsplittern bestreut. Es sei denn, ein Familienmitglied hat (unverständlicherweise) etwas GEGEN MANDELSPLITTER????? Dann geht´s natürlich auch ohne..

Ich wünsch euch einen quittigen Mittherbst, ihr Lieben!

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