Steck-Puzzles für Kleinkinder

Mein Vater arbeitet in seiner Freizeit gerne mit Holz. Was für ein Riesenglück, denn ich hatte schon so einige Ideen, was er für G anfertigen könnte. Ich glaube, ich muss ihm hier bald eine eigene Rubrik widmen, so wie meine Mutter eine Rubrik für ihre herrlichen Strick- und Nähkreationen verdient.

Im Moment muss ich aus alltäglichem Mutter-Zeitmangel unter D I Y fast ausschließlich Produkte aus den Händen der Großeltern einstellen. Ich freue mich, dass diese alle wunderschön geworden sind!

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Eines der ersten Geschenke von Opa war dieses schlichte und zugleich geniale Steckpuzzle.

Kriterien, die für mich ein echtes „Montessori-Lernmaterial“ ausmachen, sind:

Ein ästhetisches, ansprechendes Aussehen, welches das Kind zum Anfassen und Entdecken einlädt.

Außerdem sollte das Lernmaterial vollständig und unversehrt sein. Die Art und Weise, wie ich mit den Gegenständen meines Kindes umgehe, sie auswähle und herrichte, soll meinen achtsamen Umgang mit dem Kind widerspiegeln. Ich möchte, dass es spürt, dass es „etwas wert“ ist und es verdient hat, herrliche, vortreffliche Gegenstände zu seiner freien Verfügung zu haben.

Daraus ergibt sich, dass ich versuche, auf qualitativ hochwertiges Material zu achten. In diesem Falle ist es liebevoll und mühsam handgeschliffenes und lackiertes Holz. Ich könnte selbst die ganze Zeit stecken üben, um ehrlich zu sein!

Hinzu kommt für die leichtere Orientierung die Isolation einer bestimmten Eigenschaft (hier: Größe der Kreise), damit das kleine Kind sich auf diese erst einmal konzentrieren kann. Der Lernprozess geht vom Einfachen zum Komplexen und schlussendlich erst nach langem Üben und Be-Greifen hin zum Abstrakten.

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Viele Monate lang hatte dieses Steckspiel in der Wohnung meiner Eltern gestanden. Dort gab es aber so viel andere Anregungen und Reize, dass G sich nie dafür interessiert hat. Also schlug ich vor, das Spiel mit zu uns zu nehmen. Denn hier hat er häufig Phasen des Ruhigen-Sich-Allein-Beschäftigens, während ich in der Küche rumwusel oder andere Dinge im Haushalt erledige.

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Und siehe da: in der reizärmeren Umgebung und durch die attraktive Platzierung in seinem Spielraum begann er schon am nächsten Tag, sich damit zu beschäftigen. Es ging sehr schnell, dass er das Prinzip begriff und nun ist es schon seit einer Weile fast jeden Tag im Einsatz. Mal steckt er alle Kreise ein, mal nur die äußersten und wieder ein anderes Mal begnügt er sich mit ein oder zwei Scheiben, irgendwo in der Mitte. Ich verzichte darauf, ihn in irgendeiner Weise darin zu belehren, wie er die Kreise stecken soll, sondern freue mich darüber, wie er selbst seine Erfahrungen sammelt, sie abgleicht und wieder von vorn beginnt.

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Danke Opa, das hast du wirklich klasse gebaut!

2 Kommentare bei „Steck-Puzzles für Kleinkinder“

  1. Hallo,
    gibt es die Möglichkeit das Formenbrett bei Dir zu bestellen? Ich finde es sieht toll aus und hätte es gerne für meine Montessori Spielgruppe.

    Vielen Dank im Voraus für Deine Nachricht

    liebe Grüsse
    Silvia

    1. Hallo liebe Silvia, vielen Dank für dein Interesse. Bislang teile ich hier nur meine privaten Erlebnisse und gebe Inspirationen weiter. An den Verkauf von selbst hergestellten Materialien habe ich noch nicht gedacht und momentan auch keine Kapazitäten, dies zu organisieren. Aber sollte sich daran in Zukunft etwas ändern, werde ich sicher hier davon berichten :o)
      Ich wünsche dir alles Gute und viel Freude mit deiner Spielgruppe, das klingt ja sehr spannend.
      Viele herzliche Grüße
      Jitka

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